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Die
in das Unternehmen einbezogenen Grundstücke werden durchwegs als Wiesen benützt.
Nur die an den Talrändern gelegenen Wiesen zeigten an und für sich guten
Futterbestand, sie hatten aber immer unter den Überschwemmungen zu leiden.
Der größte Teil der Wiesengrundstücke war aber gänzlich versauert, außerdem
den ständigen Überschwemmungen ausgesetzt, so dass sie sehr stark verfilzt
und vermoost waren. Die Wiesen zwischen Altenstadt und Kothmaißling zählen zu den
schlechtesten des Chambtales und konnten nur zu Streuzwecken verwendet
werden. Die Chambufer lagen höher als die darunterliegenden Wiesen. Bei dem häufig
vorkommendem Hochwässer der Chamb sammelte sich das austretende Wasser in den
zahlreichen, sehr weiten Mulden und konnte nicht mehr ablaufen. In
niederschlagsreichen Jahren lag daher die Vegetationsdecke ständig unter
Wasser, eine Bewirtschaftung des Bodens war unmöglich. Nicht viel besser
waren die Wiesenflächen im oberen
Teile, zwischen Kothmaißling und Neumühlen. Sie wurden als Streuwiese
oder einmähdige Wiesen benützt. Auch hier lag die Ursache der Versumpfung in
dem zu hohen Grundwasserstand und in den ständigen, lang andauernden Überschwemmungen. Der
Chambfluss selbst durchzog das ganze Tal in zahlreichen, scharfen Windungen,
die Fußquerschnitte waren für den Hochwasserabfluss meist ungenügend. Ungünstig
war der ständige Wechsel der Flussbreite zwischen 10 und 25 m. Diese Unregelmäßigkeiten
verursachten Ablagerungen im Flussschlauch. Sehr nachteilig für die gesamte
Fläche wirkte sich der Rückstau der beiden Triebwerke in Altenstadt und
Kothmaißling aus, deren Stauspiegel zum Teil höher als die Talmulde lag. Der
Hochwasserabfuss wurde außerdem noch dadurch stark beeinträchtigt, dass bei
den Triebwerken ganz unzureichende Entlastungsvorrichtungen vorhanden waren. Die
vorhandenen Wirtschaftswegbrücken befanden sich in schlechtem Bauzustand und
waren für die Hochwasserabfuhr ungeeignet. Die
Folge der Überschwemmungen waren sehr weitgehende. Wenn überhaupt infolge der
stauenden Nässe gedüngt wurde, so war zu befürchten, dass der Dünger
weggeschwemmt und dadurch dessen Wirkung vereitelt wurde. Im Sommer wurde bald
die Neuernte, bald die Grummeternte mehr oder weniger vernichtet bzw. für die
Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere unbrauchbar. Da aber zur
Aufrechterhaltung des Viehbestandes ein großer Teil der Landwirte mangels
anderer Wiesen auf die Verfütterung dieses verschmutzten Futters im Chambtal
angewiesen war, bestand die ständige große Gefahr einer Leberegelseuche,
welche schon öfters, besonders aber in den Nassjahren 1926/27 in dieser Gegend
stark gehaust hatte. Welchen Schaden niederschlagreiche Jahre verursachen
konnten, erhellte die Tatsache, dass ein einziges größeres Hochwasser zur
Heuernte etwa 1800 Tagwerk Wiesen in diesem Abschnitt überschwemmte, wobei
die Ernte zu 80 % vernichtet oder zum Verfüttern unbrauchbar war. Das
Unternehmen war ein Teil der Instandsetzung der Chamb zwischen Altenstadt und
Furth i. Wald. Es umfasst das Gebiet zwischen Neumühlen und der Mündung und
bezweckte vor allem den Schutz der Talwiesen vor Überschwemmung bei Sommerhochwasser,
ferner die Entwässerung der Talgründe. Zur
Beseitigung der Missstände wurden von Wasser‑ und Bodenverband Chamb 1 in
der Zeit von 1937 bis 1952 nachstehende Maßnahmen ausgeführt, die einer wasserrechtlichen
Behandlung bedürfen: 1)
Regulierung der Chamb von der Mündung bis Neumühlen 2)
Anpassung und Ausbau folgender Seitenbäche a)
Windischbergerdorfer Bach 3)
Ablösung und Beseitigung von 3 Triebwerken (Altenstadt, Kothmaißling, 4) Anlegen von 27 Entwässerungsgraben.
Zur Verbesserung der Abflussverhältnisse war die Beseitigung der folgenden Triebwerke erforderlich: 1) Stau und Triebwerksanlage Raab in Altenstadt Die
von einer 40 PS Turbine erzeugte elektrische Energie diente zum Betrieb einer
Holzwollefabrik. Die Stau- und Triebwerksanlagen wurde 1937 beseitigt. 2) Stau- und Triebwerksanlagen Hastreiter in Kothmaißling: Mit
der Wasserkraft wurde eine Mühle und eine Säge betrieben. Die Stau- und
Triebwerksanlage wurde 1938 beseitigt. 3) Triebwerk
Johann Bertl in Weiding: Die
Wasserkraft diente zum Betrieb eines Sägewerks. Das Triebwerk wurde 1937 abgelöst
und die Wasserkraft stillgelegt. |